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Dienstag, 9. Juni 2026

Kimmich dämpft die Erwartungen an die WM

Joshua Kimmich warnt vor überzogenen Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft für die bevorstehende WM. Sein nüchterner Ansatz könnte entscheidend sein.

9. Juni 2026
2 Min. Lesezeit

Es ist fast schon unheimlich, wie schnell die Euphorie um die deutsche Nationalmannschaft vor einer Weltmeisterschaft ansteigt. Dabei ist Joshua Kimmich mit seiner klaren Ansage an die Öffentlichkeit einen anderen, nüchternen Weg gegangen. Er hat uns daran erinnert, dass es nicht nur um die Titelträumer geht, sondern auch um die Realität auf dem Platz. „Sollten nicht über den Titel sprechen“, sagte er, und ich denke, er hat absolut recht.

Warum sollten wir uns in Träume verlieren, wenn die Realität uns ganz andere Dinge lehrt? Zunächst einmal haben wir eine Mannschaft, die zwar talentiert ist, aber sich in den letzten Jahren oft schwergetan hat, das Potenzial auf die große Bühne zu bringen. Die Erinnerungen an das verpatzte Turnier 2018 und die enttäuschenden Leistungen in der UEFA-Nations-League sind noch frisch. Kimmichs Aussage fordert uns auf, die hohen Erwartungen etwas zu dämpfen und stattdessen den Fokus auf die sportliche Entwicklung zu legen. Wenn der Druck zu groß wird, kann sich dies negativ auf die Leistung der Spieler auswirken, und wir haben gesehen, dass es im Fußball oft am entscheidenden Moment nicht reicht.

Ein weiterer Punkt, den Kimmich anspricht, ist das Zusammenspiel in der Mannschaft. Viele junge Spieler haben ihren ersten internationalen Auftritt, und es ist unklar, wie sie in Drucksituationen miteinander harmonieren. Während wir einfache Lösungen für komplexe Probleme suchen, sollten wir uns fragen: Wie gut sind wir wirklich zusammengespielt? Ich finde Kimmichs besonnener Ansatz erfrischend und notwendig, um nicht an den eigenen Ansprüchen zu scheitern.

Natürlich gibt es immer Stimmen, die gegen diese Skepsis argumentieren wollen. Man könnte sagen, dass das Fehlen von Optimismus die Mannschaft schwächt und den Kampfgeist mindert. Aber ist es nicht viel gefährlicher, blindlings an den Titel zu glauben? Müssen wir nicht ehrlicher zu uns selbst sein, bevor wir die ersten Schritte auf dem Weg zum Pokal machen? Kimmich fordert uns auf, realistisch zu bleiben, auch wenn das nicht die am häufigsten gehörte Meinung ist. Vielleicht ist sein Denkansatz der Schlüssel, um die Mannschaft in die richtige Richtung zu lenken.